bock spring spring bock

bitte noch ein bisschen geduld bitte noch ein bisschen geduld bitte noch ein bisschen geduld




Erster Entwurf: Bilder und Metaphern



Das Bild

hat unseren Blick in vielerlei Hinsicht verändert.
Einfrieren von Augenblicken - diese fast unmenschliche Konfrontation mit einem vergangenen Moment -, Dokumentation, Konservierung, Reproduzierbarkeit, die Erweiterung oder Verengung, also die Veränderung des 'natürlichen' Blickes auf die Dinge etc. All dies ist vieltausendfach beschrieben.
Besonders extrem ist die Wirkung von Bildern auf unser Bewußtsein. Die Ikonoklasten wussten das schon im 8. Jahrhundert. Die Fotographie hat die Blickrichtung bis auf 360 Grad erweitert. Zur Betrachtung des Anderen, im besten Falle dem Abbild Gottes und der Illusion des 'Ganzen' in Form der Panoramen, kam die Betrachtung der eigenen Person.
Die Herauslösung des Menschen aus seinem Zusammenhang ging einher mit der Inszenierung des Ich als Massenereignis. Das Bild wurde zum idealen Medium sowohl der Fremdbestimmung als auch der Selbstinszenierung. Das bewegte Bild ist dabei kein Konkurrent, sondern eine Erweiterung der Möglichkeiten. Auch das alles ein alter Hut!
Wie nun, wenn der Betrachter gar nicht weiß, wen er da vor sich hat? Er macht vielleicht das, was wir in der Schule immer ganz furchtbar fanden: er denkt sich zu den Bildern eine Geschichte, er stellt Zusammenhänge her, er konstruiert Wirklichkeiten. Da ich nicht soweit gehen will, die Wirklichkeit als Fiktion zu bezeichnen, will ich die Fiktion als Wirklichkeit gelten lassen.
Wenn der Scanner aufgetan ist, möchte ich eine kleine Galerie zusammenstellen, vielleicht zwei, drei Gruppen und alle Besucher dieser Seite herzlich einladen, solche Zusammenhänge zu konstruieren und an mich zu schicken. Ich stelle sie dann auf einer eigenen Seite zusammen und füge auch Gedanken bei, was diese neuen Wirklichkeiten, die aus Bildern von mir entstanden sind, in mir bewirken.

Soweit, sogut. Bis das alles steht, wird noch einiges Wasser den Neckar runterfließen. Zuvor jedoch noch einige Worte über



Die Metapher

Schon das Wort ist wunderbar. So weich und fließend. Luzipher, Christopher, Metapher. Aber wer ist Meta? Und wer trägt sie?
Ist zum Beispiel 'Oskar Wilde' eine Metapher? Im Rechtschreibduden, der nicht mehr recht hat, fehlt das Wort 'Metapher', dafür finden wir 'Metonomasie'. Die ausgezeichnete Suchmaschine All the Web, die normalerweise zehntausende Stellen findet, zeigt nur einen Treffer an, in dem es vermutlich um das Gilgamesch-Epos geht, es handelt sich um eine türkische Seite. Einige Worte über das Gilgamesch-Epos wären jetzt angebracht. Hier wiederum stellt sich ein Blick in die Suchmaschine als sehr erhellend heraus. 2052 gefundene Sites werden ausgewiesen (entfernt man das c vor dem h, so findet die Maschine 25411 Stellen). Bereits unter den ersten 20 findet sich ein Perry-Rhodan-Fanclub aus Münster, eine Suchtkrankenberatungsstelle, eine international poetry connection aus der Schweiz oder eine Kapitalisten Seite. Sieh an, sieh an. Einmal lande ich nach einer Kurzinfo über den Könik von Uruk in Manu's Chaoslexikon, aber auch dort finde ich nichts über Metaphern. Der Suchbegriff Metapher, warum denn nicht gleich, bringt mir 17411 Antworten. Gleich zu Beginn wieder Kurioses, eine Internetfirma, auch noch aus Tübingen, die ein Wörterbuch der Rhetorik auf ihrer Web-Site hat (das allerdings weist sehr stark auf Tübingen hin. Was da sonst noch so alles los ist, können Sie hier erfahren). Darin nun folgende Definition: verkürzter bildlicher Vergleich, dessen Bedeutung sich dem Publikum aufgrund von Ähnlichkeiten so deutlich erschließt, daß das Vergleichswort 'wie' entfällt. Beispiel Die Intellektuellen sind das Salz in der Suppe des Volkes von Peter Glotz. Die Firma, für die ich jetzt keine Werbung machen will, nennt sich im Untertitel 'Kommunikationstrainer Partnerschaft'. Ist das nun wenigstens eine Metapher? Sicher nicht, aber es könnte eine werden, oder. Nun gut, also wie gehabt: nächstens mehr.