Forschungsprojekt "Sprechakte" (DFG)

Die Theorie der "Sprechakte" bzw. der "illokutionären Akte" wird schon seit den frühen Siebzigerjahren lebhaft diskutiert und in verschiedensten Kontexten zur Anwendung gebracht. Die große Bandbreite der dabei beteiligten Wissenschaftsbereiche wie Philosophie, Theologie, Rechtswissenschaften, Sprachwissenschaften, Literaturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften zeugt dabei nicht nur von einem gleichermaßen breiten wie tiefen Interesse, sie verspricht auch erhebliche interdisziplinäre Befruchtungs- und Kritik-Potenziale. Diese Potenziale blieben bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings weitgehend ungenutzt, weil der Gegenstandsbereich der Untersuchung, der "illokutionäre Akt", auf verhältnismäßig uneinheitliche Weisen – oder überhaupt nicht – definiert und theoretisch integriert wird, dies aber wiederum kaum wahrgenommen wird.

Das Projekt hat zunächst zum Ziel, die Verschiedenheit der wichtigsten Sprechakttheorien herauszuarbeiten. Es soll dann die Theorien selbst ideengeschichtlich einordnen, sie in verschiedenen, transparent gemachten Hinsichten kritisch analysieren, um sie schließlich durch Rekonstruktion in einer allgemein zugänglichen und einheitlichen Terminologie vergleichbar zu machen. Des Weiteren soll die Möglichkeit geprüft werden, die verschiedenen, sich widersprechenden Konzeptionen von "Sprechakten" bzw. "illokutionären Akten" – beispielsweise durch den Vorschlag von Adäquatheitsbedingungen – zu vereinheitlichen.